ich bin

ICQ#325926593


Home
News
Philadelphia
Reisen
Parties
Kurioses
Gaestebuch
Indian Summer - 4. Tag (01.10.2003)

Hungry Bear - Lost River - North Conway - Cape Elizabeth - Brunswick
170 Meilen

Die Kaelte der Nacht (wir erinnern uns, es gab keine Heizung) spornte dann frueh noch ein bisschen zur weiteren Untersuchung jedenfalls des Bads an. Und siehe da, wenn man an der Zeitschaltuhr nur lange genug drehte, ging da oben nicht nur der Ventilator an, sondern auch die Heizung. Davon wurde das Bad dann zwar waermer aber weder schoener noch groesser, also beschlossen wir, uns auf den Hungry Bear in Bradford zu freuen, weil dort sollte es gutes Fruehstueck geben. Das gab es dann auch. Alle moeglichen Sorten von Eiern, Toast und Schinken in einer Art von Truckerkneipe in der aber offenbar ziemlich viele Einheimische fruehstueckten. Die meisten schienen jedenfalls auch noch irgendwas vorzuhaben und waren etwa doppelt so schnell fertig wie wir.

Eigentlicher Tagesordnungspunkt waren aber die White Mountains von denen wir hofften, dass sie nicht weiss, sondern bunt aussehen wuerden. Es standen auch gar nicht so sehr irgendwelche Orte auf dem Reiseplan (auch der ADAC behauptete nicht unbedingt, dass es hier schoene Oertchen gaebe) sondern nur eine scenic Route durch die White Mountains. Und so haben wir das erste mal an einer kleinen Mauer angehalten.


Das hat uns ja schon ganz gut gefallen, das war schon huebsch bunt und eine kleine Birke dazu, ein kleines Huttchen, sehr pitoresk. Aber die Reise ging weiter. Die Landschaft war bergig, das Wetter war schoen, so hatte ich mir das vorgestellt. ...wenn wir noch bissl bessere (oder einfach mehr) Musik gehabt haetten. Nach zwei Bergen und einem Tal (das war zwischen den beiden vorgenannten) waren wir wiede in einem.... Tal, richtig! Dort gab es einen Bach und es war noch schoener. An dem Bach standen die herrlichsten roten Baeume, davor war eine Wiese und ein kleines Feld und um das Bild perfekt zu machen hatte noch jemand einige kleine Kuerbisse hingelegt und einen Pilz gepflanzt. Es war idyllisch.

Dort haben wir dann auch noch einen kleinen Spaziergang gemacht. Der war aber nicht ganz so schoen, so schoen wie am kleinen Bach war es nirgens wieder. Als wir zurueckkamen hatte sich auch gleich noch ein zweites Auto eingefunden und stoerte natuerlich die Harmonie. Da aber gleichzeitig auch noch Regen einsetze, setzen wir uns wieder in das Auto (r)ein und fuhren ein Stueck weiter.

Unterwegs fanden wir den Lost River der da unter Felsen und in Spalten (ka)lauert. Ok genug davon.

Wir hatten erwartet, dass es beim Lost River Tropfsteinhoehlen gibt. Und da es regnete waere das ja irgendwie passend gewesen, dann dort drin trocken zu bleiben. Offenbar hat es der gute Lost River aber nur zu einer verkarsteten Felslandschaft gebracht und man kann einen wahrscheinlich schoenen Naturpfad benutzen. Aber nicht bei Regen in unseren Stadtklamotten. Wir sahen noch einen kleinen See, aber es hatte keinen Sinn, der Regen wurde immer schlimmer und davon dass wir durch die Berge fuhren hatten wir leide nicht mehr ganz so viel.




Da uns die Outlets und Sportwarengeschaefte in North Conway nicht interessierten und die Orte in der Umgebung nicht schoen sondern tot waren (die White Mountains sind Skigebiet), gab es fuer uns in New Hampshire nichts mehr zu tun und wir machten uns auf den Weg nach Portland. Ich muss als getreuer Chronist hier allerdings zu unser Schande eingestehen, dass wir zwar an vielen Stellen vieles gesehen haben, aber New Hampshire eigentlich einen weiteren Besuch verdient haette: Wir haben Bretton Woods (Weltfinanzsystem), Mt. Washington (schlimmstes Wetter der Welt, hoechste je gemessene Windgeschwindigkeit: 370km/h!!!) und the Old Man of the Mountains (die hiesige Barbarine hat es bis auf das Nummernschild gebracht) verpasst.

Dafuer war die Dame im Touristeninfozentrum von Maine sehr freundlich und die Zeit in Main versprach einen Ausgleich. (An dieser Stelle ein Tip, der eines ADAC-Reisefuehrers wuerdig waere: Jedenfalls die touristisch interessierten Staaten New Englands haben an allen grossen Einfallsstrassen in ihr Gebiet Touri-Infos eingerichtet, in denen man nicht nur alle moeglichen Flyer und Leaflets einsammeln kann, sondern auch kostenlose gute Strassenkarten kriegt und wohl auch recht gut informiertes Personal antrifft. Die gute Dame in Maine hat mich jedenfalls mit ihrem Wissen mindestens so sehr beeindruckt wie ich sie mit meinen Kenntnissen aus dem Rough Guide.)

Wie mit der Touridame besprochen, war das Ziel fuer den Tag also noch Portland, bzw. Cape Elizabeth bei Tag zu erreichen und spaeter noch in den Lobster Shack einzukehren. Die Strecke zog sich etwas laenger hin als die laecherlichen 170 Meilen fuer den gesamten Tag vermuten lassen wuerden. Die Fahrt um Portland rum dauerte nochmal eine knappe Stunde und so waren wir erst 10 vor sechs endlich an der Kueste. In Cape Elizabeth gibt es einen kleinen Statepark und dort kann man mal an die Kueste. Wie wir sonst schmerzlich feststellen mussten besitz der Bundesstaat Maine ganze 2% der Kuestenlinie. Das heisst der Rest ist zugebaut oder sonstig abgesperrt und man faehrt meilenweit an der Kueste lang ohne ueberhaupt das Wasser zu sehen. Aber egal, wir setzen uns auf eine Bank und da es noch nicht ganz Zeit ist fuer den Sonnenuntergang, schauen wir uns an, wie die Sonne hinter den Wolken verschwindet und noch kurz vorschaut.


Der Lobster Shack (Hummerhuette) ist am Fusse eines alten Leuchtturms und existiert seit einer halben Ewigkeit und ist wohl so eine Institution, die empfohlen wird. Wir hatten Hunger und Angst und uns deswegen fuer einmal Fish and Chips und ein Hummerbroetchen und einmal weisse Fischsuppe (den Namen liefere ich nach - Heike hilf) entschieden. Mit gewissem Interesse und leichtem Grausen haben wir uns aber die auf dem Tablett vermerkte Essanweisung fuer Hummer angeschaut, man weiss ja nie...

Zur Uebernachtung sind wir noch ein Stueck nach Norden gefahren, weil wir uns entschieden hatten, noch etwas vom unberuehrteren Norden von Maine zusehen. Die Econo Lodge war zum Glueck voll und deswegen erwartete uns seeliger Schlaf im Travellers Inn. Das mit Abstand am besten eingerichtete, zweitpreiswerteste, geraeumigste, sympathischte, waermste Motel der Reise, welches nur aus grundsaetzlichen Gruenden 4,5 von 5 Sternen auf der Skala kriegt. Und irgendwie sah es auch ziemlich typisch aus...



berichtet am 15.10.2003 um 00:31 Uhr


hier geht es zurueck zur Uebersicht.

und hier geht es direkt weiter zum 5. Tag.