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Indian Summer - 3. Tag (30.09.2003)

Utica - Lake George - Green Mountains - Weston - Woodstock - Fairlee
260 Meilen

Nachdem wir frueh schmerzhaft erfahren mussten, was Continental Breakfast in diesem Teil der Welt bedeutet (es gab ein "Buffett auf einem der Schraenke, das aus Kaffee in der Thermoskanne, O-Saft und einem Bagel fuer den Butter bereit lag, bestand. Naja und es gab noch ein paar ganz kleine Donuts, hinsetzen ging nicht. Aber dafuer haben wir eine Bagelschneidhilfe gesehen - Prinzip der Saegelehre), ging es erstmal noch ein letztes Stueck auf die Autobahn. Ziel war Lake George und damit das erste Stueck Scenic Route (oder landschaftlich reizvoller Streckenabschnitt, je nach Karte). Es sollte an dem See entlang eine Strasse geben, auf der man die Berge, die auf beiden Seiten des Sees steil aufragen, wunderbar sehen kann. Also jedenfalls habe ich das so verstanden. War dann nicht ganz so spektakulaer, das Oertchen Lake George war ein totaler Touristenort und bestand hauptsaechlich aus Motels aller Art, das Wasser sah man im Ort nur ganz kurz und die andere Seite war, naja nicht ganz so schroff...
Wir sind dann die Strasse auch noch ein bisschen lang gefahren, aber vom See sah man nichts. Die Strasse fuehrte die ganze Zeit durch den Wald und vom See trennten uns immer ca. 100m. Nur leider waren das bebaute Privatgrundstuecke. Also war nichts mit scenic.

Dann koennen wir auch den Hudson suchen! Das haben wir dann mit etwas Erfolg getan und so haben wir den ganz kleinen Hudson gesehen, den wir vorher in NYC schon etwas groesser gesehen hatten. Trotzdem der erste Teil des Tages war mit einer Ausnahme kein grosser Erfolg: Ploetzlich in der nahe von Lake George kamen wir am malerischen Lake Trout vorbei - der war schoen. Es war eine absolute Ruhe, man konnte ans Wasser und die Haeuser die dazugehoerten standen alle weit genug weg, um nicht zu stoeren. Also gibt es doch ein Foto.

Doch unsere Reise ging weiter und jetzt endlich nach New England. Zuerst nach Vermont, das ist fransoesisch und heisst irgendwas mit gruen und Berg und die Green Mountains waren auch unser naechstes Etappenziel. Das erste was wir so richtig von Vermont gesehen haben, waren die Kuerbisse. Es war gerade Erntezeit und die Dinger lagen ueberall rum, alle hatten welche, nur ich durfte mir keinen kaufen! (aber mal ne Zwischenfrage, was macht man eigentlich mit einem Kuerbis?). Die Strasse war wiederum als scenig verzeichnet, zog sich ziemlich lang hin und war eigentlich recht huebsch. Zunehmend sah man schon die ersten roten Baumspitzen. Ganz eigenartig sah es aus, wenn die Baeume noch gruen waren und nur ein Ast richtig knallrot war. Aber insgesamt waren wir noch etwas zeitig. Und nach einiger Zeit waren wir dann ganz froh, in Weston angekommen zu sein. Es war so langsam schon um vier geworden und wir hatten noch nichts gegessen.

Weston - one of the prettiest villages along Highway 100

Es war wirklich ziemlich huebsch. War zwar ein ziemlich kleines Dorf - entlang der Strasse standen auf jeder Seite nicht viel mehr als zehn Haeuser - aber die Haeuser waren alle sehr huebsch hell gestrichen und es gab einen kleinen Dorfplatz. Es ist recht schwierig in den Staaten ein kleines huebsches Dorf zu finden, es gibt da eben kaum einen Ortskern und historische Bausubstanz ja sowieso nicht. Selbst die Kirchen sind ja meist nicht alt. Aber Weston machte seine Sache verhaeltnismaessig gut und auf jeder Seite der Strasse gibt es einen Laden und der auf der rechten Seite steht im Reisefueher beschrieben: Vermont Country Store. Schwer zu sagen, was das fuer ein Laden ist. Wenn man reinkommt, faengt es ganz harmlos an. Zuerst sieht man eine Unmenge von Glaesern mit Suessigkeiten und Schokolade jeder Art. Man kann von allem nach Gewicht kaufen, also habe ich erstmal alle moeglichen Anwaerter fuer den Weihnachtsteller getestet - am tollsten fand ich ja die in mehrfachen Schokoschichten versteckten Heidelbeeren. Und was stand da noch so schoen auf dem Kassenzettel? - "Penny Candy" - huebsch. Die andere Haelfte des Ladens stand voll mit einer Unzahl von Kaesen, Senf, Einweckzeug und Marmelade. Hier konnte man alles probieren, so dass wir endlich was zu Essen hatten. Die Dekoration des Ladens war dabei auch noch richtig historisch, war schon ziemlich grossartig. Fuerchte das kann ich hier gar nicht so richtig zeigen. Der Laden ging jedenfalls dann erst richtig los, die hatten fuer alles eine Abteilung in der Art. Eine mit allen moeglichen und unmoeglichen Kuechenartikeln, mit Hygienezeug, Spielzeug und Klamotten. Teilweise extrem ordinaerer Plunder und teilweise das grossartigste Zeug fuer Manufaktum. Der Laden mein auch, er sei fuer die nuetzlichen, oft gesuchten Sachen zustaendig. Habe hier mal zwei kleine Photos, die offizielle Phototour ist aber unbedingt zu empfehlen!

Seltsam an dem Laden war nur, dass man ja eigentlich nur in so ein kleines Haus gegangen ist - wie passt das da alles rein?

Ganz einfach: Wenn man genau hinschaut, stellt man fest, dass die Haeuser weiter hinten alle verbunden sind - es war die halbe Strasse ein Laden!

Also in diesem tollen Laden haben wir dann circa zwei Stunden zu gebracht, ich habe dann noch ein paar Fotos gemacht und dann ging es weiter nach Woodstock. Ja, wir sind auf den Spuren der Geschichte gewandelt, aber die Stiefel, waren uns dann doch zu gross und deswegen waren wir nur in Woodstock, VT, nicht in Woodstock, NY. Der Dorfplatz von unserem Woodstock war dann auch etwas beschaulicher, ist eigentlich eine ziemlich wohlhabend aussehende Kleinstadt, die offenbar vollstaendig von Touristen lebt, mit Einbruch der Daemmerung aber auch dunkel ist (die Skigebiete sind ein Stueck weg). Wir haben uns deswegen auch entschieden noch ein Stueck auf die Autobahn zu fahren, um fuer den naechsten Tag eine bessere Ausgangsposition zu haben


1 - Weston
2 - unser Auto; Heike auf der Jagd nach Indian Summer
3 - Woodstock


Addendum - Im endlosen Streben nach Perfektion sehe ich mich zu folgender Ergaenzung genoetig.
Im Quartiersuchen bei Nacht hatten wir ja schon unsere Erfahrungen gemacht und so war uns nicht bange als wir bei Bradford (das ist ein anderes als das am 1. Tag!) von der Autobahn fuhren. Da standen dann auch gleich drei Schilder fuer Unterkuenfte und wir folgten dem zweiten. Da uns dies leider nur zu einem Jagd- oder Golf- oder was-auch-immer-Hotel brachte, folgten wir als naechstes dem Wegweiser, der uns in Richtung Bradford-Zentrum fuehrte. Dort sah alles ganz nach Motel aus, aber auch bei der zweiten Runde war keines zu entdecken, aber ein nettes/r Restaurant/Pub. Also entschlossen wir uns, dass das Schild wohl noch etwas weiter gezeigt hatte und entdeckten auch tatsaechlich ein verschlafenes kleines Motel an der Strasse. Auf unser Klingeln kam auch wer und der gab uns auch einen Schluessel und war wieder weg. Naja, dass das Zimmer eher unfreundlich aussah, nahmen wir in Kauf, aber kalt ist es hier, bloss schnell die Heizung an. Heizung? Naja, das ist die Klimaanlage. Und die Heizung? Die geht nicht. Das war dumm, liess sich abends aber noch verkraften weil wir wollten ja noch schnell in den Pub.
Der hatte auch noch offen und einen netten Tisch fuer uns. Die Essensauswahl war nicht berauschend, aber egal, wir hatten Hunger. Aber den Abend hatten wir wohl nicht so viel Glueck: Die Chickenwings waren zwar normal, aber das heisst, dass sie so scharf waren, dass man sie kaum essen konnte. Warum aus meinem Buerger gar so viel Fett lief habe ich nicht verstanden - das Essen hat es mir trotzdem bissl verdorben...

Naja, aber mal sehen fuer den naechsten Morgen hatte uns der gute Mann mit dem Schluessel noch den Hungry Bear in Bradford empfohlen (oops, dann war das oben nicht korrekt - der Ort muss Fairlee gewesen sein). Also werden wir doch mal bei Tag 4 schauen, wie das Fruehstueck war...

berichtet am 13.10.2003 um 01:00 Uhr
ergaenzt am 14.10.2003 um 01:07 Uhr


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