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Fallingwater II

So, ehe ich alles vergesse und bevor mein Sonnabend-ich-bleibe-zu-Hause-habe-ja-bald-Examen-Bier (King of Beers) alle ist, werde ich doch mal langsam vom zweiten Tag anfangen. Heute wird dann also auch endlich die Reise ihren Namen verdienen, hoffentlich.
Doch zuerst wollen wir uns gemeinsam erinnern

Was bisher geschah
In Philly losgefahren, ging es ueber Harrisburg und Gettysburg und die I-76 nach Pittsburgh und spaeter ins Motel 6. Da sind wir immer noch.

Pittsburgh II

Der Abend vor dem Fernseher ging verstaendlicherweise (Buntfernsehen/Suggestivkraft des bewegten Bildes
*) etwas laenger als geplant und deswegen begann der naechste Tag auch ohne Fruehstueck noch etwas verspaetet. Ausgeschlafen war ich dafuer aber, oder jedenfalls dachte ich dass bis ich statt nach Sueden in noerdlicher Richtung auf die Autobahn gefahren war... In Ermangelung eines Co-Piloten hatte ich weder jemanden auf den ich schimpfen konnte, noch jemand der schnell Plan B ausarbeiten konnte. Da das Auto ja aber Tempomat hatte, konnte ich mich auf die Neuplanung konzentrieren und entschied mich, Pittsburgh zu ueberraschen und mich unter geschickter Ausnutzung der Deckung von rauchenden Industriebrachen, von hinten anzuschleichen. Das klappte ganz hervorragend und fuehrte dazu, dass Pittsburgh noch schlief, als ich Fort Pitt ueberrannte (haette jetzt noch gern ein trojanisches Pferd in das Bild aufgenommen - vielleicht indem ich einen Ford Mustand ueberhole...?)
Pittsburgh war tatsaechlich ziemlich ruhig und ich fand es viel zu kalt und nicht sonderlich spannend. Muss aber sagen, dass Pitt da nichts dafuer kann, weil ich nur die Spitze am Zusammenfluss gesehen habe und dort das Bankenviertel ist. Der Rest der Stadt blieb mir weitgehend verborgen. Leider hatte ich nicht mehr Zeit. Nachdem ich das Fort, den US Steel Tower und einige weitere Strassenzuege gesehen hatte, war es Zeit nach Fallingwater zu fahren.


Golden Triangle

Fort Pitt

US Steel Tower



Doch halt! Da war doch noch The Cathedral of Learning! Die wollte ich dann ja schon noch sehen - schon aus rein symbolischen Gruenden. Doch wo ist die? Jedenfalls nicht auf meinem Stadtplan. Es kostete mich letztlich eine knappe Stunde hilfloses Umherirren in Pittsburgh, bis ich sie endlich sah und danach wieder auf die Autobahn kam. Aber ich fand es lohnte sich:


Cathedral of Learning


Fahrt nach Fallingwater

...
Suche nach Fallingwater

...

Fahrt nach Fallingwater

...

Fallingwater

Wie schon zaghaft angedeutet, war die Fahrt nach Fallingwater dann etwas schwierig. Hatte mich noch nichtmal richtig verfahren. Wie ich spaeter feststellte war ich durchaus auf dem richtigen Wege, aber irgendwie war mein Pennsylvaniakarte etwas anders beschriftet als mein Reiseplan. Haette wohl gleich nach Karte fahren sollen. Aber irgendwann kam ich dann doch mit einer guten Stunden Verspaetung an und kriegte meine Tour zugewiesen. Der Rest ist Geschichte. (was'n Spruch)

Fallingwater ist tatsaechlich beeindruckend. Man sieht es erst gar nicht und laeuft so ein bisschen durch den Wald bis man es dann irgendwann zwischen den Bauemen sieht. Eigentlich doch recht gross. Nicht gerade eine moosbewachsene Huette. Und doch es stimmt, was alle sagen. Es passt sich einfach gut in die Umgebung ein. Es verleugnet sich nicht, hat ja durchaus eigene Praesenz. Aber es ignoriert seine Umgebung nicht, sondern fuegt sich geradezu organisch in die Landschaft ein. Man wuerde ja eigentlich denken, dass so ein Betonklotz mitten in den Bach gebaut, die Landschaft zerstoert, aber den Eindruck hat man dort nicht. Natur und Architektur respektieren sich gegenseitig.
Die Fuehrung durch das Gebaeude war recht interessant, die Innengestaltung finde ich aber nicht so toll: Die Decken sind mir zu niedrig und die Ausstattung ist mir zu orientalisch (eine Besonderheit von Fallingwater ist die vollstaendig erhaltene Innenausstattung).



Am Schluss der Fuehrung hat man dann nochmal Gelegenheit, die klassische Ansicht von Fallingwater zu geniessen:

Da kann man schon mal bissl ehrfurchtsvoll Innehalten.

Und damit endet meine kleine Pennsylvaniarundreise. Es ist fast halb fuenf und bis Philly sind es noch 5 Stunden...

National Road, Fort Necessity, West Virginia

Aber man muss ja die grosse Freiheit, die ein Mann mit Pferd im Wilden Westen hat, auch ausnutzen und so entschied ich mich, die Zuegel nochmal rumzureissen und weiter nach Suedwesten zu fahren. Die US-40 gehoert zu den geschichtstraechtigsten Strassen Amerikas (siehe Liste unten). Mein Ziel war Fort Necessity - was auch immer das ist.
Dort gab es ein Visitorcenter und die freundlichen Ranger hatten noch ein paar Infos, kurz vor fuenf noch einen kleinen Videofilm fuer mich und verzicheteten auf das Eintrittsgeld. Fort Necessity ist Ort der einzigen Schlacht, die Washington (im French and Indian War) verloren hat (auch wenn mich niemand fragt und die Geschichte stolz darauf ist, dass er und seine Truppe 'with honors of war' von dannen ziehen durften, gebe ich noch schnell zu Protokoll, dass er sich nach meiner Meinung ziemlich duemmlich angestellt hat: Er hatte Zeit seine Stellung zu verteidigen, baute sein Fort und wurde mit seinen 400 Mann von 700 angegriffen - und weil es regnete und seine Armee das Pulver nicht trocken halten konnte, gaben sie auf! Ich meine was haben die Franzosen gemacht, die im Wald sassen? Hat es da nicht geregnet? Nein, die Uebermacht kann es nicht gewesen sein: ein Jahr spaeter fuehrte General Braddock die groesste Armee, die Nordamerika bis dahin gesehen hatte auf dem Weg nach dem spaeteren Pittsburgh in eine Schlacht die in einer vernichtenden Niederlage fuer die zahlenmaessig deutlich ueberlegenen Briten fuehrte [sie stellten sich wohl einfach dusselig an - da stimmen mir andere zu: die kaempften noch mit alten Kriegsmethoden, die dem Gelaende und der Kriegstechnik unangemessen waren])
...wo war ich stehengeblieben?


Nach einem schoenen Abendspaziergang in Suedpennsylvania zog es mich dann jedenfalls noch nach West Virginia und um meine Quartersammlung zu erweitern bin ich dann noch schnell da hingefahren und dann nach Hause.



berichtet am 18.04.2004 um 02:16 Uhr

* Ok, ich gebe es zu, ich dachte ja, das waere das BVerfG, muss das aber wie folgt richtig stellen:
Es heisst: „Unter den Medien kommt dem Rundfunk wegen seiner Breitenwirkung, Aktualität und Suggestivkraft besondere Bedeutung zu“ (BVerfGE 90, 60, 87)
und "die Suggestivkraft der bewegten Bilder" stammt offenbar aus Hochstein, NJW 1997, 2977, 2979.
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