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Fallingwater I

Zeit: 09.04.2004 - 10.04.2004
Ziel: Harrisburg, Gettysburg, Pittsburgh, Fallingwater, Fort Necessity, West Virginia
Entfernung: 800 Meilen
Fahrzeug: Mitsubishi Eclipse
Teilnehmerzahl: 1

Ja, also wenn man ein Jahr in Pennsylvania ist, dann muss man Fallingwater gesehen haben. So dachte ich nachdem ich feststellte, dass Fallingwater in Pennsylvania ist. Leider ist Pennsylvania nicht so sehr klein und Fallingwater am anderen Ende. Und so blieb der Plan die laengste Zeit ein eben solcher. Doch so kurz vor Schluss, kurz vor der Panik vor den Finals - das Flugticket schon gebucht, das Ende also absehbar - wollte ich es dann doch erzwingen. Und weil die Fahrt von fuenf Stunden fuer einen Tagesausflug nicht so ganz optimal ist, sammelte ich die restlichen Perlen von Pennsylvania dann noch zusammen und faedelte sie mit auf meine kleine Schnur (gut die Metapher vom gedrehten Strick waere auch gegangen). Sah eigentlich wie ein netter kleiner Wochenendtrip aus und so meinte ich doch Grund zu haben, dass vielleicht ein paar andere mitkommen wuerden. Die Resonanz nach einer ersten Rundmail war dann aber eher verhalten. Abgesehen davon, dass hier niemand weiss, was Fallingwater denn ueberhaupt ist, hielt sich die Begeisterung in Grenzen und echt positiv mitkommen wollte da schon niemand. Das aenderte sich dann auch nicht, als das Ganze nochmal um eine Woche verschoben wurde und ich dann endlich das zweite Aprilwochenende, gerade noch rechtzeitig vor den Finals festlegte.

Irgendwie war es mir dann auch zu anstrengend, noch lange Leute von Ihrem Glueck zu ueberzeugen, wer nicht will, der laesst es und so fuhr ich dann eben mit der bequemsten Begleitung - mir selber. Hatte den Vorteil, dass ich niemanden von der Notwendigkeit meiner eigenen Planung ueberzeugen musste und so konnte ich Freitag frueh das Auto um fuenf nach 7 abholen und um 7.20 Uhr nach Harrisburg, der Hauptstadt von Pennsylvania aufbrechen (20 Minuten Verspaetung).

Harrisburg

Gut, dass Harrisburg die Hauptstadt von Pennsylvania ist, weiss wohl jeder, der bis hier gelesen hat (wer nicht weiss, dass Harrisburg die Hauptstadt von Pennsylvania ist, kann ja nochmal im zweiten Absatz nachlesen, dort steht, dass Harrisburg... ok, got the idea)
Dass Kraftwerk (Mutti, das ist eine Band) damals von Harrisburg, Sellafield, Tschernobyl sangen, ist auch in Erinnerung geblieben, mein Reisefuehrer weisst aber hauptsaechlich auf das 100 Jahre alte Capitol hin. Doch recht imposanter Imponierbau (verhinderte erfolgreich, dass Philly wieder Hauptstadt wurde). Die Kupel ist vom Petersdom und die Innentreppe von der Pariser Oper. Aber trotzdem ganz nett (sozusagen eine fruehe Form von Las Vegas). Ansonsten ist Harrisburg eine nette kleine Stadt, einige kleine Strassen eine Uferstrasse und ein schoenes Gerichtsgebauede von 1942. War aber auch in 2 Stunden alles in allem gut zu bewaeltigen. Dass (laut Reisefuehrer sehenswerte) Museum und Staatsarchiv hatte ich nicht auf dem Plan, aber auch vor der Kamera.







Gettysburg

Konsequenz machte sich dann bezahlt, in Gettysburg war ich plangemaess um 12 Uhr. Das innenstaedtische Visitorcenter war erster (empfohlener) Anlaufpunkt und gab erste (schon bekannte Tips). Der obligatorisch Stadtrundgang war kurz (Parkuhr gab 45 min) und tat dem Staedtchen vielleicht etwas unrecht. Fuer amerikanische Verhaeltnisse waren jedenfalls erstaunlich viele Haeuser mit der Messingplakette geadelt, die die Teilnahme des ruhmreiche Hauses am Buergerkrieg bestaetigte. Aber gut, eigentlich doch auch nur ein Staedtchen. Gettysburgh selbst hat nicht viel fuer seinen Ruhm getan.

Also weiter zum Schlachtfeld auf dem (Achtung aufpassen, jetzt fliesst ganz natuerlich in den Text das bissl Info ein, was zu erfragen unter Umstaenden auf unschoene Wissensluecken aufmerksam machen wuerde) die blutigste Schlacht im amerikanische Buergerkrieg gekaempft wurde. Am ersten, zweiten und dritten Juli 1863 wurden hier ueber 50.000 hingemetzelt (bei 160.000 Teilnehmer). Es war der Versuch der Suedstaaten (in ihrem Kampf fuer Unabhaengigkeit und Selbstbestimmung [also fuer Sklaverei]) dem Norden auf seinem Heimatgebiet eine vernichtende Niederlage beizubringen. Der Versuch scheiterte und die Schlacht war Wendepunkt der Buergerkrieges (der aber noch zwei Jahre weiterging).
Neben einigen Museen und einem Visitorcenter auf dem Schlachtfeld ist eigentlich eine 18 Meilen-Autotour Teil des Besichtigungsplanes. Vorschriftsmaessig begann ich aber mit der liebevoll dargestellten elektrischen Karte (herrlich - die ist wirklich noch elektisch, nicht elektronisch - rote Laempchen fuer Points of Interest, blaue Laempchen fuer Union Truppen, rote Laempchen fuer die Boesen [nein nicht die Russen, nicht die Araber, naja, irgendwie waren die Suedstaaten damals wohl die Forces of Evil]) auf der minutioes der Schlachtverlauf erklaert wurde.
Nachdem ich den National Cemetery und Ort der beruehmten Gettysburg Address ('..the world will little note nor long remember what we say here' - eine bedeutsamsten Reden der amerikanischen Geschichte) gesehen hatte...


...wollte ich dann doch noch schnell das Rundgemaelde mit dem Tuebkeschen Grosswerk in Frankenhausen (richtig gemerkt?) vergleichen und war dann ganz froh festzustellen, dass es keine wirkliche Konkurrenz ist. Fuer den abschliessenden Spaziergang ueber das Schlachtfeld (fuer die Autotour reichte die Zeit schon nicht mehr) hatte ich noch grosszuegig eine halbe Stunde gerechnet. Das sollte dann wohl auch reichen - es sind ja doch nur huebsche Huegel mit paar Denkmaeler, mehr ist da ja nicht zu sehen. Irgendwie hatte mich der Ort dann aber doch mehr in seinen Bann gezogen, als erwartet und zu der halben Stunde kam dann noch eine ganze dazu und ich war einigermassen tief bewegt von der Sinnlosigkeit des ganzen Treibens. Das Drama ist durch die Gedenksteine, die ca. alle 100m entlang der Hauptkampflinien stehen und so jeweils ein Regiment representieren und der tausenden Toten gedenken doch sehr praesent. Der Gedanke, dass der Boden vor knapp 150 Jahren mit Blut getraenkt war draengt sich einem unerwartet ins Bewusstsein.




Pittsburgh/Warhol

Pittsburgh ist nicht die Hauptstadt von Pennsylvania. Aber die Heimatstadt von Andy Warhol, Andrew Carnegie, der Mellon Bankern, des Kohlemagnaten Frick (doch ich habe mich entschieden, dass das 'von' nur zu Warhol und Carnegie gehoert und es deswegen fuer die Banker und den Rest korrekt Genitiv sein muss, klingt doof, aber da kann ich jetzt auch nichts fuer. Heisst ja auch 'im Mai dieses Jahres', aber ' im Mai naechsten Jahres' oder verwechsle ich das schon wieder...?) und des Ketchupfabrikanten Heinz. (vielleicht haette ich gar nicht erst mit Vornamen anfangen sollen, haette ja auch sagen koennen 'des Kuenstlers Warhol, des Stahlfabrikanten C.'). Gut der Absatz ist verhunzt, fange einen neuen an.
Da ich planungstechnisch spaet in Pittsburgh ankam, das Warholmuseum aber gerne sehen wollte, musste ich Freitag fahren, weil da hat das Warhol bis um 10 geoeffnet und sollte mit Musik und Bar ein bissl Kuenstlertreff sein. Gut, die Sammlung wird nicht als grossartig gehandelt, ist aber auch irgendwie mit Warhol nicht so einfach - alles schon irgendwie gesehen, auch wenn es 'neu' ist. Aber der Hype um die Good Fridays 'the lobby buzzes with live bands or other performance arts' war dann doch ziemlich uebertrieben. Dass ich ja eigentlich auch noch an DEM Good Friday (Karfreitag... gut, der DLF sagt wohl manchmal zum nordirischen Friedensabkommen so, also sollte das bekannt sein... naja wollen ja nicht allzu.... naja) da war, faellt mir erst jetzt auf. Aber so toll war es nicht. Das Nachtleben von Pittsburgh habe ich dann noch schnell aus dem Auto begutachtet und dann bin ich zu meinem Motel 6 gefahren und habe im Kings noch frittierte Fischsfilets gegessen ('hello, what can I get you, honey' - mich sensibles Gemuet amuesierte diese Anrede der Mittvierziger Bedienung dann doch ein wenig. Aber das ist im richtigen Amerika der Ersatz fuer Sir - die Entsprechung fuer Madam ist uebrigens Sweetie).




Und damit endet der Karfreitag.


berichtet am 13.04.2004 um 00:40 Uhr
Bilder ergaenzt am 18.04.2004 um 00:29 Uhr


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